18.09.2025
Schreibwettbewerbe für Autorinnen: Diese lohnen sich
Schreibwettbewerbe sind mehr als Wettbewerb: Sie sind Sichtbarkeit, Motivation und PR-Material zugleich. Diese solltest Du kennen.
Manche Geheimnisse müssen im Dunkeln wachsen, bevor sie bereit sind, erzählt zu werden. Als ich selbst an einem Text für einen Wettbewerb saß, maximal 20.000 Zeichen, eine ganze Stadt sollte zum Leben erwachen, habe ich begriffen: Der Wettbewerb war nicht das Ziel. Er war der Anlass, endlich anzufangen.
Warum Schreibwettbewerbe für Autorinnen mehr als Konkurrenz sind
- ·Motivation und Deadline: Ein fester Einsendeschluss überwindet Perfektionismus. Manchmal ist fertig besser als perfekt.
- ·Feedback durch Jury: Professionelle Rückmeldungen sind Gold wert. Sie zeigen, was wirklich funktioniert, und was Du Dir einbildest.
- ·Sichtbarkeit ohne Werbebudget: Selbst eine Longlist-Nennung ist PR. Sie erscheint auf Websites, in Newslettern und Social-Media-Posts.
- ·Netzwerk: Du triffst Gleichgesinnte, Lektorinnen, Verlage und manchmal Agentinnen, die auf solche Veranstaltungen kommen.
- ·Portfolio und Reputation: Auszeichnungen stärken Dein Autorinnenprofil, ob auf der eigenen Website, in der Biografie oder im LinkedIn-Profil.
- ·Kreative Weiterentwicklung: Ungewöhnliche Vorgaben zwingen Dich, neue Formen auszuprobieren. Das macht besser.
Wettbewerbe, die sich für deutschsprachige Autorinnen lohnen
Ingeborg-Bachmann-Preis (Klagenfurt): Der bekannteste Wettbewerb für deutschsprachige Gegenwartsliteratur. Teilnahme nur auf Einladung, aber: Wer nominiert wird, ist danach eine andere. Einsendeschluss variiert, Ausschreibung meist im Frühjahr.
Open Mike Berlin (Literarisches Colloquium): Jährlich im Herbst. Offen für unveröffentlichte Autorinnen unter 35. Zwei Genres: Prosa und Lyrik. Wer gewinnt, liest vor einem Publikum aus Verlagsvertreterinnen und Kritikerinnen. Das ist eine echte Tür.
Mainzer Minipressen-Messe (Autorenförderpreis): Für Selbstverlegerinnen und Kleinstverlagspublikationen. Besonders interessant, wenn Dein Buch im Eigenverlag oder bei einem kleinen Verlag erschienen ist.
Literaturpreis Wartholz und andere Regionalpreise: Regionalliteraturen werden oft unterschätzt. Sie haben kleinere Felder, echtes Interesse der Jury und häufig Pressebegleitung. Für Autorinnen aus Bayern, Österreich oder der Schweiz gibt es eigene Ausschreibungen. Prüfe die Literaturförderstellen Deines Bundeslandes.
Planet Awards (Radioplanet Berlin): Speziell für Autorinnen und Autoren mit Selbstveröffentlichung. Ich selbst war 2025 nominiert und habe den 3. Platz als Autorin des Jahres gewonnen. Die Bewerbung ist unkompliziert, die Jury kennt die Besonderheiten des Indie-Publishings.
Wie Du den richtigen Wettbewerb findest
Nicht jeder Wettbewerb passt zu jedem Text. Prüfe: Stimmt das Genre? Gibt es Altersgrenzen? Darf das Werk bereits anderweitig veröffentlicht sein? Eine gute Quelle für aktuelle Ausschreibungen ist die Website des Deutschen Literaturfonds sowie die Newsletter des Literarischen Colloquiums Berlin und der regionalen Literaturhäuser. Auch schriftstellerverbände.de führt aktuelle Ausschreibungen.
Schreiben ist wie Buchstaben als Perlen auffädeln. Fang an, egal wie klein der erste Schritt ist. Der Wettbewerb gibt Dir den Anlass.